Lexikon

Verzeichnis

Band Deckel Philister
Bude Fuchs Prinzipien
Bursch Kneipe Stoff
Chargierter Kommers Zipf
 
 

Erklärungen

Band
Nibelungia ist eine farbentragende Verbindung, soll heißen, dass wir zu unseren Veranstaltungen unsere Verbindungsfarben in Band, Mütze und Zipfen (bzw. auch in anderen Gegenständen und Kleidungsstücken) zeigen. Das Band ist der wichtigste Couleurgegenstand. Es wird von der rechten Schulter aus diagonal über die Brust getragen. Am Burschenband scheinen die drei Verbindungsfarben auf. Beim Fuchsenband fehlt das Gold, denn der Fuchs hat den ewigen Burscheneid (=Treueeid) noch nicht geleistet (Gold ist die Farbe der Treue). Je nach Breite des Bandes unterscheidet man auch noch Wein-, Sekt- und Schnapsband bzw. die Schärpe. Sie alle sind nur dreifärbig gebräuchlich.
 
Bude
Ein Student bezeichnet das Vereinslokal seiner Verbindung als Bude. Bei MKV-Verbindungen handelt es sich dabei meist um angemietete Kellerräumlichkeiten, bzw. andere Lokalitäten, die über möglichst dicke Mauern verfügen, damit die Belästigung der Anrainer gering gehalten wird. Die Verbindungen des ÖCV - ein befreundeter Verband - verfügen meist über ganze Häuser in den teuersten Lagen (z.B.: Wien, 1. Bezirk), was von der höheren Mitgliederanzahl und der daraus resultierenden Finanzkraft herrührt. Nibelungia fand im Jahr 1990 ihre Bude im Sparkassenturm in Melk, der seither Nibelungenturm genannt wird. Dieser alte Stadtturm aus dem Mittelalter stellt mit seinen 1 1/2 Meter dicken Mauern und dem vorgelagerten Garten gleichsam das Ideal einer Bude dar. Nach sehr freundschaftlichen Verhandlungen war es im Jahr 2001 Nibelungia möglich den Turm zu kaufen und machte ihn somit zu ihrem Nibelungenturm.
 
Bursch
Bei einer Studentenverbindung - so wie Nibelungia eine ist - teilen sich die ordentlichen Mitglieder in drei Gruppen bzw. Altersstufen: Fuchs - Bursch - Philister. Der Bursch ist ein vollberechtigtes Mitglied, das auf den beschlussfassenden Gremien der (gesamten) Verbindung Sitz und Stimme hat. Bursch wird man, nachdem man zwei Prüfungen aus dem Verbindungswesen erfolgreich abgelegt hat, durch Leisten des Burscheneides auf die geweihte Fahne Nibelungiae. Man bleibt bis zur Ablegung der Reifeprüfung Bursch, hernach tritt man durch die Philistrierung in die Altherrenschaft (Philisterschaft) ein.
 
Chargierter
In einer Studentenverbindung gibt es, wie in jedem Verein, einen Vorstand. Die Mitglieder dieses Vorstandes werden Chargen genannt. Es gibt den Senior (=Obmann), den Consenior (=Obmannstellvertreter), den Schriftführer und den Kassier. Soweit, so gut. Als Erweiterung gibt es den Fuchsmajor, der für die Ausbildung des Nachwuchses zuständig ist. Tritt der Vorstand in der Öffentlichkeit auf, so trägt er die studentische Uniform: die Wichs. Die einzelnen Auftretenden werden dann Chargierte genannt.
Der Degen, den wir Studenten Schläger nennen, den ein Chargierter bei sich hat, stammt aus der Zeit, da jeder Student noch eine Waffe trug. Im Fall der katholisch österreichischen Verbindungen ist diese Waffe aber rein zeremonieller Natur, denn er verfügt nur über eine stumpfe Klinge bzw. Spitze. Auch das militärische Auftreten ist Tradition. Leider werden wir Mitglieder einer K.Ö.St.V. immer wieder mit deutsch-nationalen Waffenstudenten verwechselt. Somit sei hier festgehalten: wir fechten keine Duelle, wir bekennen uns zur Republik Österreich.
 
Deckel
Nibelungia ist eine farbentragende Verbindung, soll heißen, dass wir zu unseren Veranstaltungen unsere Verbindungsfarben in Band, Mütze und Zipfen (bzw. auch in anderen Gegenständen und Kleidungsstücken) zeigen. Wie schon erwähnt tragen wir also auch eine Mütze. Die gängigste Form derselben ist der Deckel. Die Deckelfarbe ist bei uns weinrot. Am Deckelrand werden unsere Verbindungsfarben "rot-weiß-gold" sichtbar. Da jede Verbindung wenigstens andere Farben hat, werden die couleurstudentischen Deckel sogar heute noch in Handarbeit gemacht. Der daraus resultierende hohe Preis macht den Deckel zu einem wertvollen Gegenstand.
 
Fuchs
Bei einer Studentenverbindung - so wie Nibelungia eine ist - teilen sich die ordentlichen Mitglieder in drei Gruppen bzw. Altersstufen: Fuchs - Bursch - Philister. Ein Fuchs ist ein frisch in die Verbindung eingetretenes Mitglied. Die Fuchsenzeit beträgt circa 1 Jahr und stellt gleichsam eine Probezeit dar, in der die Verbindung überprüft, ob der Fuchs zur Verbindung passt, bzw. auch der Fuchs sich darüber im Klaren wird, ob es ihm bei der Verbindung gefällt und er wirklich den ewigen Burscheneid leisten will.
 
Kneipe
Auch eine Studentenverbindung hat Veranstaltungen. Zu den (auch in der "Außenwelt") bekanntesten zählt wohl die Kneipe.
Sie ist ein gemütliches Zusammensein in Scherz und Plauderei, das sich doch gewissen Regeln zu unterwerfen hat. Diese Regeln sind im Comment - dem studentischen Regelwerk - festgeschrieben. Eine Kneipe wird durch ein Präsidium geleitet, welches gegebenfalls für Ruhe und Ordnung sorgt bzw. die Durchführung diverser Programmpunkte leitet. Die Kneipen sind es, die Studentenverbindungen den Ruf als "Saufvereine" eingebracht haben, denn - wie auch bei anderen Vereinen - werden hier alkoholische Getränke (vornehmlich Bier) konsumiert. Der Vorwurf, Kneipen seien nichts anderes als Besäufnisse, ist jedoch unberechtigt, da die Veranstaltung ja durch einen Bestimmten geleitet wird!
 
Kommers
Auch eine Studentenverbindung hat Veranstaltungen. Im Gegensatz zur locker, lustigen Kneipe stellt der Kommers eine große, sehr förmlich-protokollarische Veranstaltung dar. Bei Nibelungia gibt es zu Weihnachten den Weihnachtskommers und zwischen Mai und Juni den Stiftungsfestkommers (=Gründungsfeier). Ein Kommers dient meist der Durchführung hochoffizieller Zeremonien und Promotionen, die durch den feierlichen Rahmen besonders betont werden sollen.
 
Philister
Bei einer Studentenverbindung - so wie Nibelungia eine ist - teilen sich die ordentlichen Mitglieder in drei Gruppen bzw. Altersstufen: Fuchs - Bursch - Philister. Der Philister ist ein vollberechtigtes Mitglied, das auf den beschlussfassenden Gremien der (gesamten) Verbindung Sitz und Stimme hat. Philister wird man schlicht und einfach durch Alterung. Wer einmal Bursch ist und die Reifeprüfung erfolgreich abgelegt hat, wird durch Beschluss der Altherrenschaft (=Philisterschaft) in die Reihen der selben aufgenommen.
 
Prinzipien
Jeder Verein hat einen gewissen Vereinszweck. Die einen spielen Tennis, die anderen gehen Kegeln. Eine Studentenverbindung leitet ihren Vereinszweck von ihren 4 Prinzipien ab:Patria, Religio, Scientia, Amicitia.
Hinter diesen vier lateinischen Begriffen verbirgt sich Folgendes:
  • Patria: Wir bekennen uns zur selbstständigen Republik Österreich. Wir sind jederzeit bereit, für unser Vaterland einzustehen.
  • Religio: Wir bekennen uns zum römisch-katholischen Glauben. Wir erkennen die Lehre der römisch-katholischen Kirche an und leben nach ihr.
  • Scientia: Wir streben als Mindestmaß an Bildung die Reifeprüfung an. Weiters vertreten wir die Idee, dass ein Couleurstudent lebenslang nach Bildung streben muss.
  • Amicitia: Wir bekennen uns zur lebenslangen Freundschaft aller Mitglieder unserer Verbindung untereinander. Als Zeichen dieser Freundschaft nennen wir einander "Bundesbrüder" und sagen zueinander "Du". Diese 4 Prinzipien sollen für uns nicht nur innerhalb der Verbindung gelten, sondern sind auch Verhaltensmaßregel für unser gesamtes Leben.
 
Stoff
Wie auch viele andere Begriffe aus dem Studentenleben, sorgt auch der Begriff Stoff regelmäßig für schiefe Blicke und Missverständnisse. Wir meinen mit Stoff keine Suchtmittel, sondern bezeichnen damit - wie schon unsere studentischen Vorfahren vor über 100 Jahren - das Bier. In bestimmten Ausnahmefällen kann auch Wein gemeint sein. Jedenfalls ist der Stoff das übliche Getränk auf einer Kneipe.
 
Zipf
Beim Zipf haben wir ausnahmsweise keine wirkliche Eigenheit der Studenten vorliegen. Auch im durchschnittlichen Gebrauch waren die Uhranhänger an der Taschenuhr als Zipfe bekannt. Freilich war es auch bei den Zipfen - wie bei vielen anderen Dingen - so, dass wir Couleurstudenten sie nicht nur übernommen und bewahrt, sondern auch weiterentwickelt haben. In Verbindungen wird der Zipf meist getauscht und drückt dann eine enge Freundschaft zwischen den beiden Tauschenden aus.
 
© verfasst von Bbr. Gregor Mayer v/o Einstein